STARTSEITE BLOG

durch Tristan de Dessindigo

Himmel und Wolken mit Acrylfarben malen

Himmel und Wolken mit Acrylfarben malen

Der Himmel ist ein hypnotisierendes Schauspiel: sein tiefes Blau, seine gleichzeitig riesigen und leichten Wolken, ihre einzigartigen Formen und ihre baumwollartige Textur ziehen unseren Blick an. Heute biete ich Ihnen ein Tutorial an, um dieses Naturereignis mit Acrylfarbe einzufangen.

WOLKENBEOBACHTUNG

Beginnen wir damit, die Form, die Farbe und die Textur anhand mehrerer Modelle zu analysieren. Bei der Beobachtung ist es wichtig, verschiedene Versionen zu vergleichen, um ein vollständigeres mentales Bild zu erhalten. Lassen Sie uns also die gemeinsamen Punkte erwähnen:

Die Schatten zeigen Töne, die von der Himmelsfarbe abgeleitet sind.
Die Ränder sind variabel: manchmal gut definiert und gewölbt, manchmal diffus, als ob sie sich auflösen würden.
Außerdem gibt es mehrere Kontrastschichten – dunkle Bereiche, deren Konturen stark vom Licht betont werden.

WOLKEN IN DER KUNST BETRACHTEN

Schauen wir uns nun an, wie diese Konzepte in einem Gemälde angewendet werden können. Behalten Sie im Hinterkopf, dass jede Maltechnik und jedes Medium eigene Eigenschaften mitbringt. Acryl zum Beispiel zeichnet sich durch sichtbare Pinselspuren aus, die dem Bild eine besondere, ästhetische Identität verleihen.

Wenn Sie besonders weiche und zarte Wolken darstellen möchten, eignet sich daher ein anderes Medium wie Ölfarben besser. In unserem Fall zielen wir jedoch bewusst auf dramatische und lebendige Wolken ab.

DAS BENÖTIGTE MATERIAL

Suchen Sie sich einen gut beleuchteten, geräumigen Arbeitsplatz, an dem Sie Ihr gesamtes Material bequem ausbreiten können. Sie benötigen folgendes:

- Ein Set Acrylfarben

- Papier mit hohem Gewicht, mindestens 200 g/m²

- Pinsel in verschiedenen Formen und Größen

- Eine Mischpalette

- Maskierband zum Fixieren des Papiers

- Einen Wasserbehälter zum Reinigen der Pinsel und/oder Verdünnen der Farbe

- Einen Lappen oder ein Stück Stoff zum Aufsaugen überschüssigen Wassers

Befestigen Sie anschließend das Papier auf einer flachen Oberfläche und kleben Sie die Ränder sorgfältig mit Malerkrepp ab. Danach können Sie mit dem Skizzieren beginnen.


WOLKEN MIT ACRYL MALEN - SCHRITT FÜR SCHRITT

Der erste Schritt besteht darin, zunächst den Himmel zu malen – noch bevor Sie mit den Wolken beginnen. So haben Sie mehr Freiheit, einen gleichmäßigen Farbverlauf zu erzeugen.

Wählen Sie ein Blau Ihrer Wahl, laden Sie den Pinsel mit Farbe und befeuchten Sie ihn leicht mit Wasser, um sie zu verdünnen. Decken Sie zügig eine möglichst große Fläche ab, nehmen Sie erneut Farbe auf und arbeiten Sie weiter. Ein breiter Pinsel eignet sich dafür besonders gut.

Während Sie nach unten arbeiten, mischen Sie nach und nach etwas Weiß hinzu, um den Ton aufzuhellen und einen weichen Verlauf zu schaffen.

Tipp: Sie können vorab eine dünne Wasserschicht auftragen, damit sich die Farbe leicht wie bei Aquarell verhält.


SKIZZIEREN

Wir beginnen damit, viele zusammengelegte Kreise zu zeichnen. Zeichnen Sie einige große und andere kleinere, an verschiedenen Positionen platziert. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn sie nicht perfekt sind, im Gegenteil, es ist besser so. Erstellen Sie Ellipsen und freie Formen: Dies wird der Komposition mehr Dynamik verleihen.

Sobald Sie Ihre Sammlung von Kreisen abgeschlossen haben, wählen Sie einen Lichtpunkt und zeichnen Sie die allgemeine Schattenprojektion, indem Sie die Kreise in Kugeln verwandeln. Dann verschmelzen Sie die Schatten, um Volumenbereiche zu bilden.


LICHT HINZUFÜGEN

Tragen Sie zunächst eine leicht hellere Blauschicht auf die am stärksten beleuchteten Bereiche auf. Arbeiten Sie mit sanften Strichen und verdünnen Sie die Farbe bei Bedarf mit Wasser, um transparente Lasuren zu erzielen.

Fügen Sie anschließend nach und nach hellere und deckendere Schichten hinzu. Wichtig: Wenn neue Schichten deutlich kontrastieren sollen, warten Sie, bis die darunterliegenden vollständig getrocknet sind. Kleine Pausen zwischen den Arbeitsschritten helfen dabei.

DUNKLE BEREICHE MIT ACRYL MALEN

Nehmen Sie Ihre Grundfarbe – also den Farbton des Himmels – und verdunkeln Sie ihn. Verwenden Sie jedoch kein Schwarz, da dies die Sättigung mindert. Mischen Sie stattdessen etwas Orange als Komplementärfarbe oder Violett für einen tieferen Ton hinzu. Beide Varianten können kombiniert werden, um abwechslungsreiche Nuancen zu erzeugen.

An diesem Punkt können Sie sich mehr künstlerische Freiheit erlauben und Akzente in Orange, Gelb oder sogar Türkis setzen. Das verleiht dem Bild einen stärkeren, fast surrealen Charakter.

Damit sind wir am Ende des heutigen Tutorials angekommen. Ich hoffe, es hilft Ihnen, das Material besser zu verstehen und sicherer einzusetzen. Probieren Sie gerne Ihre eigene Version aus oder übertragen Sie die Prinzipien auf Ihre persönlichen Arbeiten.

Denken Sie daran: Die Grundfarbe beeinflusst maßgeblich die Wirkung der Wolken – besonders hilfreich bei Sonnenuntergängen oder Sturmszenen. Hellen Sie schrittweise mit Wasser auf und lassen Sie Kontraste sichtbar.

Zum Abdunkeln greifen Sie lieber zu Komplementärfarben oder dunkleren Nachbartönen und vermeiden Schwarz, um die Farbintensität zu bewahren. Und scheuen Sie sich nicht, sich ein Stück vom Realismus zu lösen – oft entstehen gerade dadurch ausdrucksstärkere und lebendigere Werke.

Redakteur und Illustrator: Bryam