So zeichnet man einen Oktopus
Im Meer liegt eine völlig andere Welt als an der Oberfläche, bevölkert von seltsamen Kreaturen. Der Oktopus ist das perfekte Beispiel: ein Tier, das selbst die Wissenschaft immer wieder vor Rätsel stellt und ein originelles Motiv zum Zeichnen bietet. Los geht's!
Eigenschaften des Oktopus
Der Oktopus hat einen großen Kopf, was intuitiv darauf hindeutet, dass er äußerst intelligent ist – und das stimmt. Es handelt sich um ein Lebewesen, das in der Lage ist, sich an die Schwierigkeiten seiner Umgebung anzupassen und effektiv auf sie zu reagieren.
Auf körperlicher Ebene gibt es viel zu entdecken. Seine acht langen, völlig flexiblen Arme sind mit Saugnäpfen ausgestattet, die bestimmte Aufgaben erleichtern, und sein Mund befindet sich in der Mitte seiner Gliedmaßen. Der Oktopus hat drei Herzen, die blaues Blut pumpen. Und als ob das noch nicht genug wäre, kann er sich tarnen, indem er seine Farbe und Textur verändert, und verlorene Tentakel regenerieren.
Schritt für Schritt einen Oktopus zeichnen
Zeichnen Sie zunächst eine Kugel und teilen Sie diese horizontal und vertikal auf, als würden Sie ein Gesicht zeichnen. Kippen Sie sie leicht in die Dreiviertelansicht, um ein zu flaches Ergebnis zu vermeiden.
Platzieren Sie zwei kleine, gut voneinander getrennte Kreise für die Augen und fügen Sie anschließend einen Rock hinzu, der sich darunter erweitert.
Teilen Sie diesen Rock in acht Abschnitte und zeichnen Sie aus jedem Abschnitt lange, geschwungene Linien mit völlig unterschiedlichen Verläufen. Wenn sich die Linien überlappen, entsteht ein natürlicheres und dynamischeres Erscheinungsbild.
Zeichnen Sie anhand dieser Konstruktionslinien jeden Tentakel einzeln. Seine Form ist regelmäßig, wird jedoch zu den Enden hin allmählich schmaler.
Sobald alle Tentakel gezeichnet sind, verbinden Sie sie mit einer Membran in Form eines umgekehrten V, etwa auf gleicher Höhe zwischen den Armen.
Fügen Sie einige Details hinzu: eine leichte Absenkung der Kopfform und ein siphonartiges Organ unter den Augen.
Entfernen Sie überschüssiges Graphit oder legen Sie ein neues Blatt auf einen Leuchttisch, bevor Sie mit der endgültigen Zeichnung beginnen.
Beginnen Sie mit den Augen: Zeichnen Sie eine leicht gebogene horizontale Linie, die von einer kräftigen Wölbung umgeben ist.
Zeichnen Sie anschließend die Kontur des Kopfes und fügen Sie einige Falten und kleine Warzen hinzu, um die charakteristische Hauttextur wiederzugeben. Wenn Sie die Oberfläche lieber glatt gestalten möchten, ist das ebenfalls möglich: Die Haut des Oktopus ist von Natur aus veränderlich.
Saugnäpfe des Oktopus zeichnen
Zeichnen Sie zunächst die Form der Tentakel nach und fügen Sie anschließend einen Streifen aus Saugnäpfen hinzu, der der Krümmung des jeweiligen Gliedes folgt.
Beachten Sie, dass jeder Tentakel anders positioniert ist. Dadurch befindet sich auch der Streifen der Saugnäpfe jeweils in einer anderen Position, was der Zeichnung ein organischeres und lebendigeres Erscheinungsbild verleiht.
Umreißen Sie die im Hintergrund liegenden Tentakel lediglich mit ihrer Kontur, ohne Saugnäpfe hinzuzufügen – nicht, weil sie keine haben, sondern um die Bildkomposition übersichtlich und klar zu halten.
Löschen Sie die Konstruktionsskizze, um eine saubere Zeichnung zu erhalten, und fügen Sie anschließend einige Falten, Flecken und Tonwertabstufungen hinzu, um Textur und Volumen zu erzeugen.
Fügen Sie der Zeichnung Farbe hinzu
Beginnen Sie mit dem Hintergrund: Gestalten Sie einen sehr dunklen Farbverlauf, der fast ins Schwarze übergeht und an die Tiefen des Meeres erinnert. Wenn Sie mit einer traditionellen Technik arbeiten, zeichnen Sie die Kontur des Oktopus sorgfältig nach, damit er ausgespart und weiß bleibt.
Fügen Sie auf dem Kopf einige Highlights mit helleren, matten Blautönen hinzu. Ergänzen Sie anschließend einige weich verblendete weiße Lichtstrahlen, um das von der Wasseroberfläche einfallende Licht zu simulieren.
Kraken kommen in vielen natürlichen Farben vor und können diese nach Belieben verändern. Für dieses Tutorial halten wir uns an eine einfache Farbpalette.
Gestalten Sie das Auge mit einer Komplementärfarbe, damit es sich deutlich von der Grundfarbe des Oktopus abhebt und einen stärkeren Farbkontrast erzeugt.
Volumen mit dunklen Farbtönen hinzufügen
Nehmen Sie einen Farbton, der etwas dunkler als Ihre Grundfarbe ist, und verdunkeln Sie die entsprechenden Bereiche unter Berücksichtigung der von oben kommenden Lichtquelle. Achten Sie dabei auf eine nachvollziehbare Verteilung von Licht und Schatten, um dem Motiv mehr räumliches Volumen zu verleihen.
Verwenden Sie einen noch dunkleren Farbton für die Tentakel im Hintergrund und für die Bereiche, die am weitesten von der Lichtquelle entfernt sind. So entsteht eine stärkere Tiefenwirkung und eine klare Staffelung der Bildebenen.
Anschließend texturieren Sie den Kopf mit einigen Punkten,
Zeichnen Sie abschließend den Bereich der Saugnäpfe und der Membran mit einer anderen, helleren Farbe. Dabei handelt es sich um einen deutlich erkennbaren Hautbereich, der sich durch seine eigene Textur und Farbwirkung abhebt.
Letzte Details der Oktoptuszeichnung
Fügen Sie in den vom Licht betroffenen Bereichen weitere hellere Farbschichten hinzu, um die Lichtwirkung und die Tonwertabstufungen zu verstärken.
Setzen Sie abschließend einige kräftige Highlights an den Rändern und Tentakeln, um einen feuchten Glanzeffekt zu erzeugen, und heben Sie die Saugnäpfe klar hervor, damit sie nicht in den Schatten verloren gehen.
Und hier ist unser fertiger Oktopus. Ich hoffe, Ihnen gefällt dieses Tutorial. Es ist anspruchsvoll, ein so einzigartiges Tier darzustellen. Zwischen den ineinander verschlungenen Tentakeln und den Saugnäpfen, die einzeln ausgearbeitet werden müssen, wird es uns nie langweilig. Da Sie nun über die Grundlagen verfügen, lade ich Sie ein, Ihre eigene Version zu zeichnen!