STARTSEITE BLOG

durch Tristan de Dessindigo

Wie man einen Piraten zeichnet

Das Meer war Schauplatz großer Epen: der Entdeckung neuer Länder, von Eroberungen und Kriegen um Reichtum. Auf den Seewegen, die Schätze aus der Neuen Welt nach Europa brachten, hatten die Besatzungen nicht nur Angst vor Stürmen, sondern auch vor Piraten – jenen Seeräubern, die stets bereit waren, sich auf mit Gold beladene Schiffe zu stürzen.

In diesem Tutorial lernen wir, wie man diese ikonische Figur aus Geschichte, Literatur und Kino zeichnet.


Die großen Namen der Piraterie

Die Piratenbanden waren erschreckend effektiv, und ihre Heldentaten verbreiteten sich schnell in der ganzen Welt, getragen von Namen, die zu ihrer Zeit Furcht einflößten und bis heute faszinieren. Zu den berühmtesten gehören: Edward Teach, bekannt als „Blackbeard“; Ching Shih, die legendäre Piratenkapitänin, die mehr als 70.000 Männer befehligte; Bartholomew Roberts, bekannt als „Black Bart“, der Hunderte von Schiffen plünderte; Henry Morgan, der spanische Häfen verwüstete, bevor er Gouverneur von Jamaika wurde; und Samuel Bellamy, bekannt als „Black Sam“, der als der reichste Pirat seiner Zeit galt.

In der zeitgenössischen Kultur ist die Figur des Piraten zu einem echten narrativen Archetyp geworden und dient als Inspirationsquelle für Franchises wie Fluch der Karibik oder weltweit erfolgreiche Serien wie den Anime One Piece.

  

Jean Leon Gerome Ferris – Die Gefangennahme des Piraten Blackbeard (1920)


Der Piraten-Look: Was Sie vor dem Zeichnen wissen müssen

Das Bild des Piraten, das uns überliefert ist, basiert auf Gemälden und Stichen aus dem Goldenen Zeitalter der Piraterie während der Kolonialzeit. Die Piraten trugen europäische Kleidung, die der Uniform der Milizen des 17. und 18. Jahrhunderts ähnelte. Zu den charakteristischsten Elementen gehören:

- Dreispitzhut, meist schwarz
- Langer, ungepflegter Bart mit Zöpfen oder Dreadlocks
- Lockeres Hemd mit Rüschen und Spitzenbesatz
- Schwarze Lederweste oder bei weiblichen Figuren ein Korsett
- Breiter Gürtel mit großer Schnalle oder ein gebundener roter Stoffgürtel
- Weite, knielange Hose oder bei Frauen ein langer, offener Rock
- Zu den unverzichtbaren Accessoires gehören ein Schal, eine Augenklappe, ein Haken sowie natürlich Waffen wie Säbel und Pistolen.


Schritt für Schritt einen Piraten zeichnen

Beginnen Sie mit einer Aktionslinie, die Ihrer Figur eine dynamische Körperhaltung verleiht. Unser Pirat ist in Alarmbereitschaft und bereit, jederzeit zu handeln.

Platzieren Sie anschließend den Kopf am oberen Ende dieser Linie und das Becken etwa auf halber Höhe. Skizzieren Sie danach die Wirbelsäule mit einer geschwungenen Linie, die die Dynamik der Pose unterstützt.

Verfeinern Sie nun die Grundkonstruktion, indem Sie Brustkorb und Becken ausrichten, um die Körperhaltung eindeutig zu definieren. Die Figur wird in einer Dreiviertelansicht dargestellt, während das Gesicht im Profil erscheint.

Konstruieren Sie anschließend die Gliedmaßen: Zeichnen Sie zwei leicht angewinkelte Beine, wobei eines der Aktionslinie folgt und das andere entgegengesetzt ausgerichtet ist, um das Gleichgewicht der Pose zu gewährleisten. Die Arme sind in einem Winkel von etwa 45 Grad angehoben und angewinkelt, bereit, nach einem Gegenstand zu greifen.

Betrachten Sie das folgende Volumenschema, um besser zu verstehen, wie sich Muskelmassen und Körpervolumen in dieser Haltung verhalten. Es ist nicht notwendig, diese Konstruktion zu übernehmen – sie dient lediglich dazu, die Proportionen einzuschätzen und die Kleidung korrekt auf dem Körpervolumen zu platzieren.

Platzieren Sie nun die wichtigsten Gestaltungselemente. In dieser Phase der Vorzeichnung empfiehlt sich eine lockere, suchende Linienführung. Zeichnen Sie einen Hut in Form eines leicht gebogenen Trapezes, ergänzen Sie einige Locken und Zöpfe darunter und skizzieren Sie einen Säbel mit gebogener Klinge in der Hand.

Zeichnen Sie anhand der Grundkonstruktion und der Volumenformen ein weites Hemd mit Ärmeln, die bis unter den Ellenbogen reichen. Der Stoff wird auf Taillenhöhe zusammengehalten und fällt darunter locker und natürlich herab.

Ergänzen Sie die Taille mit einem gebundenen Stoffgürtel und vervollständigen Sie das Outfit mit einer weiten, knielangen Hose, hohen Strümpfen, die die Waden betonen, sowie spitz zulaufenden Schuhen.

Das Piratengesicht zeichnen

Beginnen Sie mit den Gesichtszügen, die den Charakter der Figur bestimmen. Zeichnen Sie kleine Augen mit dichten, buschigen Augenbrauen. Ergänzen Sie eine markante Nase mit einem deutlich ausgeprägten Nasenrücken.

Auf hoher See war Rasieren ein Luxus. Ein ungepflegter Bart gehört daher zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen. Zeichnen Sie kurze, geschwungene Striche, die derselben Wuchsrichtung folgen, um Schnurrbart Struktur und Textur zu verleihen. Für den Bart verwenden Sie noch kürzere Striche.

Die Haare sind ein wesentliches Gestaltungselement für den gewünschten tropischen, ungepflegten Look. Zeichnen Sie mehrere Strähnen, die Dreadlocks andeuten, und führen Sie die Kontur leicht zitternd aus, damit sie nicht zu steif wirkt. Verzieren Sie die Frisur anschließend mit dekorativen Elementen wie Perlen, Muscheln oder Samen.

Das Piraten-Outfit zeichnen

Arbeiten Sie nun die Kleidung aus. Orientieren Sie sich an der Vorzeichnung des Hutes und ergänzen Sie je nach Geschmack Nähte, ein Medaillon oder Federn sowie maritime Dekorationselemente.

Verwenden Sie beim Hemd leichte Linien und modellieren Sie zahlreiche Stofffalten in den Spannungsbereichen. Lassen Sie den Stoff dazwischen locker und natürlich fallen.

Der in der Taille gebundene Stoffgürtel aus leichtem Gewebe bildet von selbst zahlreiche Falten und feine Knitterstrukturen, die deutlich sichtbar sind.

Legen Sie bei der Hose zunächst die wichtigsten Spannungspunkte fest und deuten Sie anschließend einige Falten an, ohne sie zu überbetonen. Das Material ist hier schwerer und steifer.

  

Beenden Sie diesen Arbeitsschritt mit den Händen: Eine Hand umfasst den Säbel fest und ist teilweise verdeckt, während sich die andere in einer abwartenden Haltung befindet. Drei ausgestreckte Finger vermitteln den Eindruck, dass die Figur etwas Kleines und Zerbrechliches aufmerksam beobachtet.


Schatten und Volumen hinzufügen

Kommen wir nun zur Ausarbeitung von Licht und Schatten. Eine besonders effektive Methode besteht darin, zunächst die gesamte Figur mit einem mittleren Tonwert anzulegen. Wählen Sie dafür einen etwas helleren Grundton, damit die späteren Kontraste gut zur Geltung kommen und die Zeichnung klar lesbar bleibt.

Kommen wir nun zur Ausarbeitung von Licht und Schatten. Eine besonders effektive Methode besteht darin, zunächst die gesamte Figur mit einem mittleren Tonwert anzulegen. Wählen Sie dafür einen etwas helleren Grundton, damit die späteren Kontraste gut zur Geltung kommen und die Zeichnung klar lesbar bleibt.

Setzen Sie mit einem weißen Stift gezielt Lichter auf die erhabenen Bereiche zwischen den Falten und verstärken Sie dadurch den plastischen Eindruck der Volumen. Zusätzliche Texturen entstehen durch gezackte Linien im Haar oder kleine Gebrauchsspuren an Schuhen und Hut.

Zum Schluss können Sie die Zeichnung kolorieren. Bevorzugen Sie matte, entsättigte Farbtöne, um den Eindruck abgenutzter und gealterter Kleidung zu erzeugen. Eine reduzierte Farbpalette aus Grau- und Brauntönen mit wenigen roten Akzenten reicht aus, um der Illustration Lebendigkeit zu verleihen.

Und damit ist Ihr Pirat fertig! Diese faszinierende Figur bietet mit ihren charakteristischen Accessoires zahlreiche Möglichkeiten für kreative Variationen: Holzbein, Augenklappe, Papagei auf der Schulter oder ein besonders verzierter Säbel – gestalten Sie Ihre ganz persönliche Version.