Ein Segelboot zeichnen: Einfaches Tutorial
Seit undenklichen Zeiten sucht die Menschheit nach Wegen, das gewaltige Meer zu überqueren. Zu diesem Zweck hat sie Boote in unterschiedlichsten Größen und Formen geschaffen und stetig weiterentwickelt. Während viele ihrem ursprünglichen Design treu geblieben sind, haben sich andere im Laufe der Zeit verändert. Eine Form jedoch hat bis heute überlebt: die Segelyacht – eine elegante Verkörperung der Kunst, den Wind zu beherrschen und über das Wasser zu gleiten.
Heute lade ich Sie dazu ein, gemeinsam ein Segelboot zu zeichnen.
EIN SEGELBOOT ZEICHNEN - SCHRITT FÜR SCHRITT
Lassen Sie die digitalen Werkzeuge für heute beiseite und greifen Sie zu einem Blatt Papier Ihrer Wahl. Achten Sie dabei auf ein angemessenes Papiergewicht und möglichst wenig oder gar keine Textur.
Der Rumpf
Beginnen Sie mit einer Ellipse: Eine Seite sollte spitz zulaufen, die andere etwas flacher sein. Zeichnen Sie anschließend eine parallele Linie darunter und verbinden Sie beide Formen mit sanften Kurven.
Der Mast
Zeichnen Sie nun die Mastachse. Sie sollte fast so hoch sein wie das Boot lang ist und etwas vor der Mitte des Rumpfes positioniert werden.
Das Großsegel
Auf dieser Art von Boot befinden sich zwei Segel. Das erste, steifere Segel wird durch eine untere Querstange gespannt, die senkrecht (90°) zur Hauptstange steht.
Der Bug
Zeichnen Sie am Bug eine Reling, die aus zwei Ebenen bestehen kann und nach vorne hin etwas höher verläuft. Verbinden Sie anschließend die Spitze des Mastes mit dem Bug mithilfe eines gespannten Taus.
Die Fock (Vorsegel)
Von diesem Tau aus entfaltet sich das zweite, flexiblere Segel. Es wird durch zwei weitere Taue am Rumpf fixiert, die an den seitlichen Relingen befestigt sind.
Die Kabine
Zeichnen Sie einen Erhöhung auf dem Deck, auf Höhe des vorderen Geländers. Diese Erhöhung wird nicht flach sein: sie wird leicht zur Mitte hin geneigt sein.
Unterteilen Sie diese Erhöhung anschließend und fügen Sie eine zusätzliche Ebene mit modernen, geschwungenen Linien hinzu.
Zum Schluss zeichnen Sie die Fenster der Kabine mit abgerundeten Rahmen in einem zeitgemäßen Stil sowie einige Luken.
SCHATTEN UND VOLUMEN
Um Volumen zu erzeugen, können Sie denselben Graphitstift verwenden, um die Formen des Bootes auszuarbeiten. Beobachten Sie genau, welche Bereiche dunkler dargestellt werden sollten und welche hell bleiben.
Fahren Sie anschließend mit einem Fineliner oder einer Feder über die Linien. Nutzen Sie das feinere Werkzeug, um präzisere Details und klare Konturen hervorzuheben.
FARBE IN DIE ZEICHNUNG BRINGEN
Nun fügen wir der Zeichnung Farbe hinzu. In diesem Beispiel werden Marker verwendet, Sie können jedoch jedes Material nutzen, mit dem Sie sich wohlfühlen.
Beginnen Sie mit den Segeln: Wählen Sie hierfür eine lebhafte Farbe, während die Schatten in einer weniger intensiven Nuance angelegt werden – zum Beispiel in Gelb und Orange.
Anschließend kolorieren Sie den Rumpf und die Reling in Blautönen, um einen harmonischen Kontrast zu den Segeln zu schaffen.
Für die Kabine eignen sich Gelbtöne besonders gut. Lassen Sie dabei einige Bereiche weiß, um Lichtreflexionen darzustellen.
Zum Abschluss färben Sie das Deck in einem helleren oder matteren Blau. Keine Sorge, falls der Ton etwas dunkler wirkt – das Gelb der Kabine sorgt für ausreichend Helligkeit.
Und voilà: Ihr Segelboot ist fertig. Die Farbgebung ist bewusst lebhaft gehalten und dient eher ästhetischen Zwecken als einer realistischen Darstellung. Denken Sie daran, dass Sie über Ihr Design entscheiden: Analysieren Sie Ihr Modell, identifizieren Sie seine einzelnen Bestandteile und fügen Sie Ihre persönliche künstlerische Note hinzu – mit genau den Werkzeugen, die Ihnen am meisten Freude bereiten.
Verfasser und Illustrator: Bryam