STARTSEITE BLOG

durch Tristan de Dessindigo

Wie zeichnet man einen Canyon?

Wie zeichnet man einen Canyon?

Die Natur verhält sich manchmal unvorhersehbar: Sie formt einzigartige Strukturen und bringt selbst die härtesten Materialien an ihre Grenzen. Selbst Fels – sonst ein Symbol für Beständigkeit – bildet dabei keine Ausnahme.

Canyons sind der beste Beweis dafür: Sie zeigen, dass selbst die widerstandsfähigsten Elemente unter dem Einfluss von Wasser und Wind im Laufe der Zeit geformt und verändert werden. In diesem Tutorial zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine der beeindruckendsten Felsformationen unseres Planeten zeichnen können.


Einen Canyon Schritt für Schritt zeichnen

Die Struktur eines Canyons lässt sich mit der einer Stadt vergleichen: große „Gebäude“, getrennt durch gewundene „Straßen“. In diesem Fall werden die hohen Felsformationen durch einen sich schlängelnden Fluss voneinander getrennt.

Zu Beginn zeichnen Sie ein Raster und nutzen die beiden unteren Bereiche für die Landschaft, während Sie den oberen für den Himmel reservieren. Starten Sie mit einer pyramidenartigen Struktur aus mehreren Ebenen, wobei jede Ebene etwas kleiner ist als die darunterliegende.

Auf der gegenüberliegenden Seite skizzieren Sie eine ähnliche Form. Achten Sie darauf, dass die Proportionen zueinander passen, auch wenn die Formen variieren: Da es sich um natürliche Formationen handelt, sollten sie wie Puzzleteile ineinandergreifen.

Fügen Sie zwischen den beiden Hauptformationen eine dritte hinzu. Beachten Sie dabei die Grenze des Himmels und lassen Sie an einer Seite eine Öffnung, um den Verlauf des Flusses anzudeuten. Im Hintergrund können Sie weitere Felsen hinzufügen, die einfacher und weniger detailliert gehalten sind.

Ergänzen Sie die Skizze mit gebrochenen, unregelmäßigen vertikalen Linien, um den Eindruck von Felswänden zu erzeugen. Für flachere Bereiche und Höhenunterschiede verwenden Sie hingegen weichere, geschwungene Linien.


Farben und Texturen des Canyons

Beginnen Sie mit dem Himmel: Erstellen Sie einen Farbverlauf von einem tiefen Blau zu einem warmen Gelb, um die typische Trockenheit dieser Landschaft zu vermitteln. Ergänzen Sie ein intensives, fast erdrückendes Licht.

Die Felsen eines Canyons sind meist rötlich oder orange gefärbt. Verwenden Sie daher diese Farbtöne als Basis und hellen Sie sie allmählich auf, je weiter die Formationen in die Ferne rücken.

Ein praktischer Tipp: Um mehr Textur zu erzeugen, können Sie beim digitalen Arbeiten eine Textur auf einer separaten Ebene mit einem passenden Mischmodus anwenden. Wenn Sie traditionell arbeiten, eignet sich ein Schwamm hervorragend, um kleine Mengen Farbe zwischen den Schichten aufzutragen oder wieder abzunehmen.

Volumen zur Zeichnung hinzufügen

Sobald die Grundfarben und Texturen angelegt sind, können Sie Volumen und Licht ausarbeiten.

Beginnen Sie mit den weiter entfernten Erhebungen: Verwenden Sie hellere Töne, da das Sonnenlicht dort diffuser wirkt. Setzen Sie einen Lichtbereich unter der Lichtquelle, indem Sie Gelb- und Weißtöne mischen. Um die Volumen zu definieren, arbeiten Sie mit polygonalen Formen und schattieren die vom Licht abgewandten Seiten.

In diesem Schritt skizzieren Sie die Hauptstrukturen, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen: solche mit steilen, felswandartigen Formen und solche mit weicheren, wellenförmigen Übergängen.

Für die Felswände zeichnen Sie dunklere Linien, die sich in unregelmäßigen Zickzackformen verzweigen. Anschließend füllen Sie die Zwischenräume, um Volumen zu erzeugen. Perfektion ist hier nicht notwendig – im Gegenteil: Unregelmäßigkeit und Spontanität sind entscheidend für ein natürliches Ergebnis.

Arbeiten Sie weiter mit dunkleren Linien und ungleichmäßigen Strichen in verschiedenen Farbtönen. Wechseln Sie dabei zwischen klar definierten und weicheren Bereichen und fügen Sie weitere Schichten von Gestein hinzu. Achten Sie stets auf die Richtung des Lichts und setzen Sie gezielt kurze Striche in goldenen Tönen, um Reflexionen auf den Felsen hervorzuheben.

Für die hinteren Ebenen verwenden Sie dieselbe Technik, jedoch deutlich vereinfacht. Arbeiten Sie hier weniger detailliert und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Formen.

Zum Schluss bearbeiten Sie die vorderste Ebene – eine Art „Blickpunkt“. Zeichnen Sie einige Felsen aus der Vogelperspektive, als würde der Betrachter von oben in den Canyon schauen. Verwenden Sie warme, goldene Töne, um zu zeigen, dass diese Bereiche direkt vom Sonnenlicht getroffen werden.

Hier ist das Ergebnis unserer heutigen Zeichnung!

Redakteur und Illustrator: Bryam