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durch Tristan de Dessindigo

Wie zeichnet man ein Gewitter?

Wie zeichnet man ein Gewitter?

Dieses Phänomen wurde im Laufe der Zeit von vielen Kulturen gefürchtet. Zweifellos ist ein Gewitter ein beeindruckendes Ereignis, das selbst dann Angst auslösen kann, wenn man es aus der Sicherheit des eigenen Zuhauses beobachtet.

Ein Gewitter zu zeichnen stellt eine echte Herausforderung dar: Klassische Striche reichen oft nicht aus, um die Gewalt und Intensität dieses Phänomens zu vermitteln.

Heute lade ich Sie ein, mir in diesem Tutorial zu folgen, in dem wir die stilistischen Mittel entdecken, mit denen sich eine überzeugende Gewitterszene darstellen lässt.


Ein Gewitter Schritt für Schritt zeichnen

Beginnen Sie mit der Definition der Landschaft. Wenden Sie die Drittelregel an und platzieren Sie den Horizont auf der unteren Linie – so erhält der Himmel die visuelle Priorität. Dort werden wir große, dunkle Wolken und einige Blitze darstellen.

Starten Sie, indem Sie im unteren Bereich des Rasters einige kleine Inseln zeichnen und dabei die Horizontlinie beachten.

Für diese Komposition nutzen wir zudem eine zentrale Konstruktion: Zeichnen Sie einen Würfel, um die Dimensionen festzulegen.

Im Himmel skizzieren Sie eine große Wolke, die einen Großteil der Komposition einnimmt. Achten Sie jedoch darauf, einen Abstand zwischen dem stürmischen Himmel und dem Festland zu lassen.

Beginnen Sie nun damit, die Wolken frei und dynamisch zu formen, indem Sie viele wellige, runde und längliche Formen in unterschiedlichen Größen verwenden.

Anschließend können Sie in der Mitte einen kleinen griechischen Tempel sehr skizzenhaft andeuten, ohne ins Detail zu gehen, da der starke Kontrast viele Bereiche im Schatten verschwinden lässt. Zeichnen Sie auch die Vegetation auf ähnliche Weise und denken Sie daran, dass sie sich in einer zweiten Ebene befindet – sichtbar sind daher vor allem die Silhouetten der Bäume.

Zum Schluss gestalten Sie die Elemente im Vordergrund, wo Sie sich mehr Details erlauben können, etwa Grashalme oder kleine Büsche am Rand.

Die landschaftlichen Elemente können je nach Inspiration variieren. In unserem Fall stellen wir einen kleinen See dar, um die Bewegung des vom Regen aufgewühlten Wassers zu zeigen, sowie einige Ruinen, die Spuren menschlicher Präsenz einbringen.

Farben zur Zeichnung hinzufügen

Nun fügen wir Farbe hinzu. Beginnen Sie mit einem violetten Farbverlauf, bei dem die helleren Töne im oberen Bereich des Bildes liegen – eine ästhetische Entscheidung, die den chaotischen Charakter der Szene unterstreicht.

Im nächsten Schritt ergänzen Sie sanft verwischte Lichtsplitter in Flieder- oder Fuchsiatönen, die bis hin zu nahezu reinem Weiß reichen.

Diese Splitter stellen die Blitze dar, die das Gewitter durchziehen. Um diese Lichteffekte herum können Sie weiche, kreisförmige Pinselstriche in verschiedenen Blau- und Violetttönen auftragen, um die Basis der Wolken zu gestalten.

Fahren Sie fort, indem Sie bestimmte Bereiche abdunkeln, um Volumen in den Wolken zu erzeugen. Achten Sie darauf, helle Zonen rund um die Blitze freizulassen, um starke Lichtkontraste zu schaffen.

In dieser Szene dominieren zwei sehr intensive Lichtquellen, wodurch die Kontraste besonders stark ausfallen. Setzen Sie helle Konturen in der Nähe der Lichtquellen, vermeiden Sie jedoch reines Weiß – so wirken die hellen Bereiche noch leuchtender.


Blitze zeichnen

Zeichnen Sie gebrochene, unregelmäßige Linien, die nach unten verlaufen: Blitze entstehen in den Wolken und schlagen an bestimmten Punkten auf dem Boden ein.

Um ihre visuelle Wirkung zu verstärken, fügen Sie feine, kurze Linien um die Hauptlinien herum hinzu. Für einen leuchtenden Effekt können Sie die Blitze leicht verwischen und anschließend die Hauptlinien erneut nachziehen, um sie klar hervorzuheben.


Die Landschaft zeichnen

Obwohl der Himmel im Mittelpunkt steht, ergänzen wir die Szene durch eine Landschaft, die vom Licht durchflutet wird. Zeichnen Sie Berge und einen dunklen Wald, die von den Blitzen erhellt werden. Verwenden Sie kurze, runde Pinselstriche in Blautönen, um das Laub darzustellen.

Gestalten Sie den Boden mit Blau- und Grüntönen und ziehen Sie kleine Linien, um Gras anzudeuten.

Im Vordergrund zeichnen Sie längere Grashalme, wie sie typischerweise in sumpfigen Gebieten oder an Seeufern vorkommen. Beginnen Sie mit einer dunklen Basis und fügen Sie anschließend hellere, vertikale Linien hinzu.


Die Zeichnung fertigstellen

Zeichnen Sie die Ruinen in einem sehr dunklen, wenig gesättigten Braun. Bestimmen Sie anschließend den Einschlagpunkt des Blitzes: Flächen in unmittelbarer Nähe werden heller dargestellt, während die Farben mit zunehmender Entfernung dunkler werden – außer in Bereichen, die direkt vom Licht getroffen werden. Der Rest bleibt im Schatten.

Denken Sie daran, dass Wasser wie ein Spiegel wirkt. Beginnen Sie damit, Flächen einzuzeichnen, die den Himmel reflektieren, insbesondere die Blitze.

Sobald diese Grundlage leicht verwischt ist, fügen Sie die Schatten hinzu, die von Ruinen, Gras und Inseln geworfen werden. Ergänzen Sie anschließend feine horizontale Linien in dunklen Blau- und Violetttönen, um die Bewegung des Wassers darzustellen.

Zum Abschluss verwenden Sie Weiß, um Reflexionen auf der Wasseroberfläche zu setzen, indem Sie unregelmäßige horizontale Linien zeichnen. Fügen Sie zusätzlich kleine Spritzer hinzu, um Regentropfen anzudeuten, sowie diagonale Linien, um den fallenden Regen darzustellen.

Und voilà – die Zeichnung ist fertig! Diese Übung ermöglicht es Ihnen, eine stürmische Landschaft zu erschaffen, die über eine einfache Illustration hinausgeht und die Kraft sowie Intensität eines Gewitters einfängt.

Jetzt sind Sie an der Reihe, Ihr eigenes Gewitter zu zeichnen!

Verfasser und Illustrator: Bryam