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durch Tristan de Dessindigo

Einen Gorilla zeichnen - So gelingt’s

Einen Gorilla zeichnen - So gelingt’s

In der faszinierenden Welt der Primaten begegnen wir Wesen von bemerkenswerter Intelligenz und Komplexität. Unter unseren nächsten Verwandten im Tierreich – Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas – verkörpern Letztere perfekt eine einzigartige Mischung aus Kraft und Gelassenheit. Diese sanften Riesen der Berge haben sich trotz ihrer beeindruckenden Stärke für ein friedliches Leben entschieden.

Willkommen zu diesem neuen Tutorial, in dem wir gemeinsam lernen werden, einen Gorilla zu beobachten und zu zeichnen!


DIE ANATOMIE DES GORILLAS

Der Gorilla ist ein wirklich beeindruckender Menschenaffe, insbesondere die erwachsenen Männchen, die deutlich massiver sind als Weibchen und Jungtiere. Was sofort auffällt, sind ihre kräftigen Gliedmaßen, die einen Eindruck roher Kraft vermitteln. Hinzu kommen ihr runder Bauch und ihre breite, muskulöse Brust. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist der Buckel auf der Oberseite des Schädels – ein knöcherner Kamm, der die starke Gesichtsmuskulatur stützt.

In jungen Jahren ähneln Gorillas den anderen großen Menschenaffen sehr: Sie besitzen große, runde und nah beieinanderliegende Augen, eine noch wenig ausgeprägte Schnauze, eine flache Nase und dichtes Fell, das ihr Gesicht schön umrahmt. Mit der Zeit werden ihre Gesichtszüge markanter und tiefer, was ihnen diesen weisen und leicht strengen Ausdruck verleiht, den man von ihnen kennt.

EINEN GORILLA ZEICHNEN - SCHRITT FÜR SCHRITT

Beginnen wir mit einem großen Kreis, der den imposanten Oberkörper darstellen soll. Darüber setzen Sie einen kleineren Kreis für den Kopf. Achten Sie dabei gut auf die Proportionen!

Unser Gorilla neigt den Kopf leicht. Zeichnen Sie daher den charakteristischen Schädelkamm, der auf einer Seite deutlich sichtbar ist und auf der anderen fast verschwindet.

Teilen Sie anschließend den Kopfkreis in zwei Bereiche: Der untere Teil umfasst die Schnauze und die Wangen.

Fügen Sie auf beiden Seiten breite Schultern hinzu und zeichnen Sie anschließend die Arme. In diesem Beispiel werden die Arme verschränkt dargestellt, damit der Gorilla eine Frucht halten kann – eine typische Pose bei großen Menschenaffen. Unabhängig von der gewählten Haltung sollten die Arme stets lang und kräftig wirken.

Sie können den Gorilla auch sitzend zeichnen, was sein ruhiges Wesen gut unterstreicht. In diesem Fall werden die Beine leicht angewinkelt dargestellt. Denken Sie daran, sie etwas kleiner als die Arme zu zeichnen.

Das Gesicht eines Gorillas zeichnen

Nun kommen wir zu den Gesichtspartien. Zeichnen Sie eine Art Maske entlang der Mittelachse und folgen Sie dabei der Form der Schnauze.

Zwei nahe beieinanderliegende Linien helfen dabei, die Position der Augen festzulegen. Die kleinen Ohren befinden sich ungefähr auf der Mittellinie des Kopfes und sollten nicht höher als die Maske reichen. Zeichnen Sie schließlich den Mund mittig im unteren Kreis.

Die Augen sind kleiner als menschliche Augen, besitzen aber dieselbe Grundstruktur: Pupille, Iris und Lider. Der große Unterschied sind die ausgeprägten Augenbrauenwülste, die Gorillas diesen ständig konzentrierten und manchmal leicht mürrischen Ausdruck verleihen.

Vervollständigen Sie das Gesicht, indem Sie das Fell mit kleinen, schrägen Strichen hinzufügen, die alle in dieselbe Richtung verlaufen. Lassen Sie dabei einige weiße Bereiche frei, damit das Fell luftiger wirkt. Nutzen Sie diese Technik, um Stirn, Gesichtskonturen, Wangenknochen und Wangen zu definieren.

Kommen wir zu den Händen. Gorillas besitzen wie wir fünf Finger und opponierbare Daumen – allerdings deutlich größer und breiter. Ein wenig Fell auf den Händen sorgt zusätzlich für Realismus.


Die Unterarme sollten besonders massiv dargestellt werden, sogar dicker als die Oberarme selbst, um die enorme Kraft des Tieres zu betonen. Nutzen Sie die Fellkonturen, um Volumen zu erzeugen, und fügen Sie innerhalb der Form Linien hinzu, die zeigen, wie die langen Haare den Muskelverläufen folgen.

Zeichnen Sie nun die Konturen von Armen und Beinen entsprechend Ihrer Grundskizze nach und betonen Sie deutlich die Muskeln, die das enorme Gewicht des Gorillas tragen.

Die Füße können Sie im Gras verstecken, wenn Sie die Zeichnung vereinfachen möchten. Andernfalls ähnelt ihre Struktur stark derjenigen der Hände.

Fügen Sie anschließend einige zusätzliche Details hinzu, um die Zeichnung lebendiger zu gestalten: die Frucht in seinen Händen, Grashalme rund um die Füße oder kleine Unebenheiten im Boden. Danach können Sie Ihre Skizzenlinien vorsichtig ausradieren, um mit der Farbgebung zu beginnen.

KOLORIEREN

Für dieses Motiv arbeiten wir hauptsächlich mit leicht bläulichen Grautönen und variieren die Werte von hellem Grau bis zu tiefem Schwarz. Gelegentliche Veränderungen der Farbsättigung sorgen für mehr Realismus.

Beginnen Sie mit den Augenhöhlen, da diese von Natur aus besonders dunkel sind und die tiefsten Töne benötigen.

 

Versuchen Sie im Gesicht insgesamt eine eher glatte Wirkung zu erzielen, ohne zu viel sichtbare Fellstruktur. Betonen Sie jedoch bestimmte Schattenpartien, etwa die Falten rund um die Nase oder unter den Augen.

Verwenden Sie außerdem leicht gelbliche Nuancen. Sie erzeugen einen interessanten Kontrast zu den bläulich-grauen Tönen. Das Fell auf den Händen können Sie schließlich mit einem sehr dunklen Blau kolorieren, das fast schwarz wirkt.

Wenn Sie möchten, können Sie bereichsweise arbeiten, da sich das Fell nicht überall gleich verhält. Oft ist es hilfreich, zunächst eine neutrale Grundfarbe aufzutragen und anschließend Licht, Schatten und Zwischentöne darüberzuarbeiten.

 

Für Unterarme und Bauch zeichnen Sie lange, geschwungene Linien, die den Volumen folgen. Wechseln Sie dabei zwischen hellen und dunklen Varianten Ihrer Grundfarbe. Vermeiden Sie reines Schwarz zum Abdunkeln – verwenden Sie stattdessen Mischungen oder Überlagerungen mit entsättigtem Orange.

An den Oberarmen bleiben Sie bei derselben Technik geschwungener Linien, allerdings deutlich kürzer und stärker an der Muskulatur orientiert.

An Knien und Kopf ist das Fell kürzer. Arbeiten Sie hier mit feinen, sparsamen Strichen und verwenden Sie fast weiße sowie goldene Nuancen auf der Stirn.

Ergänzen Sie zuletzt Details wie die Brustmuskeln, wobei Sie denselben Ansatz wie im Gesicht verwenden: dunkle blau-graue Töne und eine glatte Oberflächenwirkung.

Für die Frucht eignen sich leuchtende Farben, glänzende Reflexe und kleine Unregelmäßigkeiten, die sie realistischer erscheinen lassen.


DEN HINTERGRUND ERGÄNZEN

Fügen Sie Grünflächen rund um den Gorilla hinzu. Gorillas leben in Bergregionen mit hohem Gras und dichter Vegetation. Zeichnen Sie Gras unter und um den Primaten herum, beginnend mit dunklen Tönen und anschließend hellere Halme darüber.

Die Bäume im Hintergrund dürfen leicht unscharf wirken, während der entfernte Dschungel nur angedeutet werden sollte, fast verschwommen.

Und damit sind wir am Ende dieses Tutorials angekommen!