Pastell vs. Aquarell: Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklärt
Wenn Sie jemals einen Satz Pastelle und einen Satz Aquarellfarben in den Händen gehalten haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass wir uns überhaupt nicht im selben Universum befinden. Zwei künstlerische Techniken, zwei Arbeitsweisen, zwei radikal unterschiedliche Ergebnisse und dennoch einige Gemeinsamkeiten. In diesem Artikel ziehen wir eine Bilanz dessen, was sie voneinander unterscheidet und was sie miteinander verbindet.
Beginnen wir damit, ihre Eigenschaften gegenüberzustellen, um diese beiden Materialien sorgfältig zu analysieren:
Die Art jeder Technik
Wir haben es mit zwei Materialien zu tun, die zu gegensätzlichen Kategorien gehören, man könnte sogar sagen: zu zwei gegensätzlichen Welten. Die eine gehört zu den Nasstechniken, die eine flüssige Basis erfordern, während die andere eine Trockentechnik ist, die direkt auf das Papier aufgetragen wird. Sehen wir uns an, worin dieser Unterschied besteht.
Aquarell: eine Nasstechnik
Einerseits Aquarell, das, wie der Name schon sagt, ein wässriges Medium benötigt, um seine Wirkung zu entfalten, in diesem Fall Wasser. Obwohl es in Creme- oder Löffelform erhältlich ist, muss es verdünnt werden, um sein volles Potenzial zu entfalten. Die Wassermenge bestimmt sowohl die Intensität der Farbe auf dem Papier als auch die Bewegungsfreiheit der Farbe.
Trockenpastell: eine Trockentechnik
Auf der anderen Seite das Trockenpastell, das im Allgemeinen in Form von kreideähnlichen Stiften angeboten wird. Diese zeichnen sich durch eine hohe Pigmentkonzentration aus, die direkt auf das Papier aufgetragen wird und intensive Farblinien, viel Textur und, das muss man zugeben, eine beträchtliche Menge Staub hinterlässt.
Zusammensetzung
Die beiden Techniken basieren auf derselben Grundlage: dem Pigment. Der Unterschied besteht darin, wie es verwendet wird. Bei Aquarellfarben dient Gummi arabicum als Bindemittel und ermöglicht die Auflösung des Pigments im Wasser. Beim Pastell wird das Pigment fein gemahlen und mit sehr wenig Bindemittel zu einem trockenen Stift verdichtet, der die Farbe direkt aufträgt.
Auftragen von Farbe
Hier ist der Unterschied am deutlichsten. Aquarell erzeugt transparente Schichten brillanter Farben mit harmonischen Mischungen und weichen Verläufen. Pastell hingegen sorgt für intensive Farben und eine charakteristische, erdige Textur – ein formbares Gefühl, das es Ihnen ermöglicht, mit den Fingern Überblendungen oder kraftvolle Striche zu erzeugen, die sich vollständig überlagern.
Weitere zu beachtende Unterschiede
Aquarellfarben benötigen einige Minuten zum Trocknen, damit die Farben fixiert werden. Das stets trockene Pastell bleibt unbegrenzt formbar, muss jedoch mit einem geeigneten Produkt fixiert werden, damit es mit der Zeit nicht verblasst.
Was haben Pastell und Aquarell gemeinsam?
Trotz ihrer Unterschiede haben Pastell und Aquarell einige Gemeinsamkeiten, die man leicht übersehen könnte. Beide basieren auf reinen Pigmenten, die lebendige Farben erzeugen, auf Papier aufgetragen werden können und weiche und subtile Farbverläufe ermöglichen. Sie eignen sich auch hervorragend für Mischtechniken, da sie sich auf natürliche Weise mit anderen Materialien kombinieren lassen.
Ein praktisches Beispiel zum Vergleich von Pastell und Aquarell
Um den Unterschied zwischen Pastell und Aquarell besser zu verstehen, gibt es nichts Besseres, als mit beiden zum gleichen Thema zu experimentieren. Ich lade Sie ein, das folgende Beispiel zu betrachten – oder, warum nicht, es selbst mit mir durchzuführen, um aus eigener Erfahrung das Verhalten jeder Technik und die Ergebnisse, die mit jeder von ihnen erzielt werden können, zu beurteilen.
Das Prinzip ist einfach: Wählen Sie ein einfaches zentrales Element, wie zum Beispiel eine Wildblume, und malen Sie es zweimal. Versuchen Sie dabei, zwei identische Motive zu erstellen: dasselbe Modell, dieselbe Komposition, dieselben Farben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass eines davon mit Aquarellfarben gemalt wird, während das Gegenstück mit Pastellfarben gestaltet wird.
Bevor Sie beginnen, sollte bei der Auswahl des Trägers ein wichtiger Unterschied beachtet werden: Aquarellpapier muss weiß und dick sein, während Pastellpapier cremefarben und deutlich dünner sein kann. In beiden Fällen muss es jedoch eine mittlere oder ausgeprägte Körnung aufweisen.
Die Aquarellversion zeigt transparente Schichten voller Nuancen, die zart ineinander übergehen und eine glatte Oberfläche hinterlassen, die dennoch reich an Farben und Intensitäten ist.
Die Pastellversion zeigt eine deutlich kräftigere Blüte, fast schwerer, mit sichtbarer Textur, in der die Farben sanft ineinander übergehen und die Linien mit Nuancen gefüllt sind.
Wenn wir sie nebeneinander vergleichen, verstehen wir sofort, was jede Technik einzigartig macht und warum manche Künstler am Ende lieber die eine oder die andere verwenden oder beide miteinander kombinieren.
Pastell oder Aquarell – es ist schwierig, sich zwischen den beiden zu entscheiden, wenn man sieht, was beide bewirken können. Das eine spielt die Karte der Leichtigkeit und Transparenz, das andere setzt auf Intensität und Textur. Nachdem Sie nun die Unterschiede kennen, bleibt Ihnen nur noch eines übrig: Probieren Sie beide aus und finden Sie heraus, welche Technik Ihnen besser zusagt. Bis bald!