Wie benutzt man Metallic-Aquarellfarben richtig?

Wie benutzt man Metallic-Aquarellfarben richtig?
Wie benutzt man Metallic-Aquarellfarben richtig?

Aquarell ist ein immer beliebteres Malmedium, und der Markt bietet heute eine Vielzahl an innovativen und attraktiven Formaten. Sie haben sicherlich schon von wasserlöslichen Buntstiften oder Aquarellmarkern gehört oder diese bereits ausprobiert.

Doch das ist erst der Anfang: Ständig kommen neue Varianten der Aquarellfarbe auf den Markt. Heute werfen wir einen Blick auf die metallische Aquarellfarbe – eine originelle Alternative, die buchstäblich glänzt und es ermöglicht, leuchtende und faszinierende Effekte in Ihren Werken zu erzielen.

Beispiel für einen metallisierten Aquarellstrich


WAS IST METALLIC-AQUARELL?

Sie fragen sich vielleicht, warum diese Art von Aquarellfarbe anders aussieht als herkömmliche Aquarellfarben. Die Antwort liegt in ihrer Zusammensetzung. Wie klassische Aquarellfarbe basiert sie auf Gummi arabicum als Bindemittel. Zusätzlich enthält sie jedoch ein Material namens Mica. Dabei handelt es sich um ein Mineral, das für seinen charakteristischen Glanz bekannt ist. Dieser entsteht durch seine besondere Struktur und die Art, wie das Material das Licht reflektiert.

Definition der metallischen Aquarellfarbe


KLASSISCHE UND METALLISCHE AQUARELLFARBE - WO LIEGT DER UNTERSCHIED?

Obwohl beide Aquarellarten auf derselben Grundlage basieren, unterscheiden sie sich in einigen wichtigen Eigenschaften. Diese Unterschiede zu kennen, hilft Ihnen dabei, metallische Aquarellfarben gezielt und wirkungsvoll einzusetzen.


DECKENDER EFFEKT

Klassische Aquarellfarben werden vor allem für ihre Transparenz und ihre feinen Lasuren geschätzt. Metallische Aquarellfarben besitzen dagegen eine höhere Deckkraft. Das liegt am enthaltenen Mica, das dichter ist als herkömmliche Pigmente.

Dank dieser Eigenschaft lassen sich bestimmte Bereiche leichter überdecken oder helle Details auf dunklen Hintergründen besonders wirkungsvoll hervorheben.


ANSPRUCHSVOLLE MISCHUNG

Mit klassischer Aquarellfarbe lassen sich Farben problemlos mischen, um neue Nuancen zu erzeugen und gleichzeitig eine gute Farbintensität zu erhalten.

Metallische Aquarellfarben verhalten sich etwas anders. Beim Mischen verlieren sie oft einen Teil ihres Glanzes und ihrer Leuchtkraft. Um den metallischen Effekt bestmöglich zu bewahren, empfiehlt es sich daher, die Farben nur sparsam miteinander zu mischen.

die Unterschiede zwischen klassischer und metallischer Aquarellfarbe


4 TIPPS FÜR DEN EINSTIEG IN DIE METALLIC-AQUARELLMALEREI

Bevor Sie mit dem Malen beginnen, hier einige Tipps, die Ihnen helfen werden, bessere Ergebnisse mit diesem Material zu erzielen.


1. Farbnäpfe vor Gebrauch anfeuchten

Fügen Sie vor dem Malen einige Tropfen Wasser in Ihre Farbnäpfe, um das Pigment leichter aufzulösen. So erhalten Sie eine bessere Farbkonzentration und ein gleichmäßigeres Ergebnis.


2. Pinsel gründlich reinigen

Mica-Partikel können hartnäckiger sein als herkömmliche Pigmente. Reinigen Sie Ihre Pinsel daher nach jeder Verwendung sorgfältig, damit keine glänzenden Rückstände auf andere Farben übertragen werden.


3. Metallische Effekte gezielt einsetzen

Metallische Aquarellfarben eignen sich besonders gut, um bestimmte Elemente hervorzuheben. Oft wirkt das Ergebnis harmonischer, wenn Sie den Glanzeffekt gezielt für Details oder einzelne Bereiche einsetzen, statt die gesamte Illustration damit zu gestalten.


4. Klassische und metallische Aquarellfarben kombinieren

Eine der besten Möglichkeiten, metallische Aquarellfarben zu nutzen, besteht darin, sie mit klassischen Aquarellfarben zu kombinieren. So entstehen interessante Kontraste zwischen matten Flächen und glänzenden Akzenten.

Wie man Metallic-Aquarellfarben richtig verwendet


5 ÜBUNGEN ZUM KENNENLERNEN METALLISCHER AQUARELLFARBEN

Bevor Sie ein vollständiges Bild gestalten, können einige einfache Übungen dabei helfen, die Eigenschaften dieses Materials besser kennenzulernen.


1. Verschiedene Pigmentkonzentrationen testen

Zeichnen Sie mehrere Kreise auf ein Blatt Papier. Beginnen Sie mit einer stark verdünnten Mischung und erhöhen Sie nach und nach den Pigmentanteil, während Sie die Wassermenge reduzieren.

Auf diese Weise können Sie beobachten, wie sich Intensität und Glanz je nach Konzentration verändern.

verschiedene Konzentrationen von Metallic-Aquarellpigmenten testen


2. Kontrast auf dunklem Hintergrund erzeugen

Metallische Aquarellfarben entfalten ihre Wirkung besonders auf dunklen Untergründen. Versuchen Sie, auf schwarzem Papier oder auf einer dunklen, bereits bemalten Fläche zu arbeiten.

Sie werden sofort feststellen, wie stark die metallischen Reflexe hervortreten.

einen Kontrast auf dunklem Hintergrund mit metallischer Aquarellfarbe schaffen


3. Klassische und metallische Aquarellfarben mischen

Legen Sie zunächst eine Lasur mit einer dunklen klassischen Aquarellfarbe an, beispielsweise Ultramarinblau. Fügen Sie anschließend etwas silberne Metallic-Aquarellfarbe hinzu.

So entsteht ein Farbton mit subtilen, leuchtenden Reflexen.

klassische und metallische Aquarellfarben mischen


4. Ihre eigene Farbpalette erstellen

Nehmen Sie sich Zeit, jede Farbe Ihrer Palette auf einem Testblatt auszuprobieren. Beobachten Sie dabei sowohl den Farbton als auch die Deckkraft und die Wirkung nach dem Trocknen.

Diese Übung ist besonders hilfreich, da metallische Aquarellfarben je nach Lichteinfall unterschiedlich wirken können.

die Palette der metallischen Aquarellfarben erkunden


5. Die Nass-in-Nass-Technik testen

Befeuchten Sie einen Teil Ihres Blattes mit sauberem Wasser, dann tragen Sie mehrere metallische Farben in den nassen Bereich auf.

Die Pigmente werden sich natürlich ausbreiten und sehr interessante Effekte erzeugen, ähnlich wie farbige und leuchtende Wolken.

die Nass-in-Nass-Technik mit metallischer Aquarellfarbe


EINE ABSTRAKTE KOMPOSITION GESTALTEN

Zum Abschluss können Sie eine kleine abstrakte Komposition erstellen, um das Gelernte praktisch anzuwenden.

Malen Sie verschiedene Formen oder farbige Kreise in Tönen wie Rosa, Orange, Violett oder Blau. Solange die Farbe noch feucht ist, fügen Sie weitere ähnliche Farbtöne hinzu, um sanfte Übergänge und Verläufe zu erzeugen.

Experimentieren Sie mit Kontrasten, tragen Sie zusätzliche Pigmente auf oder entfernen Sie überschüssige Farbe, um mehr Tiefe und Leuchtkraft zu schaffen.

eine abstrakte Komposition mit metallischer Aquarellfarbe malen

Metallische Aquarellfarben besitzen ihre eigenen Besonderheiten und verhalten sich nicht genau wie klassische Aquarellfarben. Dennoch eröffnen sie durch ihre schimmernden Reflexe und ihre einzigartige Wirkung zahlreiche kreative Möglichkeiten.

Ob allein oder in Kombination mit anderen Techniken – sie verleihen Ihren Werken eine originelle und elegante Note. Nun bleibt Ihnen nur noch, zu experimentieren, verschiedene Effekte auszuprobieren und dieses faszinierende Material Schritt für Schritt in Ihre künstlerische Praxis zu integrieren.

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