Die Dosierung von Wasser bei Aquarellfarben
Hallo zusammen, heute werden wir ein Thema behandeln, das oft den Unterschied bei Aquarellmalerei ausmacht: das Abmessen des Wassers. Es ist einer der heikelsten Punkte zu beherrschen, aber auch einer der wichtigsten. Das richtige Gleichgewicht zu finden bedeutet zu verstehen, wie Wasser und Pigment zusammenarbeiten.
Verstehen der Rolle des Wassers in der Aquarellmalerei
Bei der Aquarellmalerei ist Wasser nicht nur ein einfaches Verdünnungsmittel: Es ist der eigentliche Motor des Mediums.
Sie ist es, die das Pigment transportiert, die Abstufungen, die Verläufe, die Transparenzeffekte und die Texturen schafft. Indem Sie die Wassermenge modulieren, kontrollieren Sie die Dichte der Farbe, ihre Helligkeit und ihr Verhalten auf dem Papier.
Wir können Wasser als einen "Dirigenten" vorstellen: Es gibt den Rhythmus vor. Ist es zu viel vorhanden, ertränkt es die Melodie. Zu wenig davon macht sie trocken und steif. Die richtige Balance zu finden bedeutet, diesem Dialog zwischen Farbe und Wasser zuzuhören.
Auf der untenstehenden Illustration können Sie sehen, dass das linke Bild zu sehr verdünnt ist, während das rechte Bild nicht genug verdünnt ist. Sobald ein Aquarell zu stark verdünnt wird, verliert es an Pigmenten, umgekehrt, wenn es nicht genug verdünnt wird, hat es diese Malerei näher an Acryl oder Gouache mit opaken Farben, die aber wirklich sehr trocken wirken.

Es ist diese Balance, die der Aquarellmalerei ihre Schönheit verleiht: eine lebendige, doch leichte Farbe, leuchtend, ohne opak zu sein. Indem man mit gut verdünnten Lasuren arbeitet, kann man viele Schichten auftragen, Tiefe und Nuancen kreieren und diesen Eindruck von Licht erzeugen, der zu kommen scheint, als käme er direkt aus dem Papier selbst.
Hier ist ein Beispiel eines perfekt verdünnten Aquarells, bei dem die Farben leuchtend sind, aber dennoch die Transparenz erkennbar ist.

Das richtige Maß an Wasser auf dem Pinsel halten
Der erste Reflex, den man entwickeln sollte, ist zu lernen, die Wassermenge auf Ihrem Pinsel zu spüren. Anfänger neigen oft dazu, ihn zu stark zu laden, was die Farbe unkontrollierbar macht und das Papier schnell durchnässt. Man muss das richtige Gleichgewicht zwischen einem gesättigten Pinsel (das Wasser fließt) und einem ausgewrungenen Pinsel (zu trocken, um die Farbe richtig zu verteilen) finden.
Eine einfache Methode, um diese Dosierung zu bewerten, besteht darin, den Glanz des Pinsels zu beobachten.
Wenn die Spitze übermäßig glänzt und sich an ihrer Basis ein Tropfen bildet, gibt es zu viel Wasser.
Wenn die Spitze hingegen matt und glanzlos erscheint, ist der Pinsel zu trocken.
Das Ideal ist ein sanfter Glanz, wie ein leichter, gleichmäßiger Wasserfilm auf den Haaren.

Machen Sie einen kleinen Test auf einem Schmierpapier. Tauchen Sie Ihren Pinsel in Wasser, tupfen Sie ihn dann leicht auf einen Schwamm oder den Rand des Bechers. Setzen Sie anschließend die Spitze auf das Papier und beobachten Sie:
Wenn sich die Farbe sofort zu einer großen Pfütze ausbreitet, haben Sie zu viel Wasser.
Wenn sie sich kaum verbreitet, haben Sie nicht genug davon.
Suchen Sie diesen Moment, in dem sich die Farbe langsam, sanft und doch kontrolliert ausbreitet: Hier ist die Dosierung richtig.

Das Verhalten von Wasser auf Papier
Alle Papiere absorbieren Wasser nicht auf die gleiche Weise. Ein 100% Baumwollpapier wird das Wasser länger halten und ermöglicht sanftere Übergänge. Ein Zellulosepapier hingegen wird schneller trocknen, was weniger Zeit für die Bearbeitung der Übergänge lässt.
Die Körnung des Papiers spielt ebenfalls eine Rolle. Ein feines oder rauhes Korn lässt das Wasser unterschiedlich fließen: Je texturierter das Papier ist, desto mehr haften die Pigmente in den Vertiefungen und erzeugen natürliche Effekte.
Tipp: Wenn Ihr Papier zu schnell trocknet, sprühen Sie leicht Wasser auf die zu bearbeitende Stelle mit einem Zerstäuber. Dies gibt Ihnen ein paar zusätzliche Sekunden, um die Übergänge zu glätten, ohne das Blatt zu durchnässen.
Den Pinselmoment verwalten
Der Moment, in dem Sie Ihren Pinsel auf das Papier setzen, ist genauso wichtig wie die Wassermenge.
Auf nassem Papier breitet sich die Farbe frei aus: Es ist perfekt für Himmel, Hintergründe, leichte Atmosphären.
Auf feuchtem Papier haben Sie teilweise Kontrolle: Die Ränder verschmelzen sanft und erzeugen subtile Übergänge.
Auf trockenem Papier bleibt die Farbe klar, präzise, perfekt für Details oder letzte Handgriffe.
Wissen, in welchem Zustand Ihr Papier ist, bedeutet zu lernen, mit der Zeit zu arbeiten. Aquarellmalerei ist ein Tanz zwischen dem Pinsel und dem Trocknen: weder zu früh noch zu spät.

Finden Sie Ihr eigenes Gleichgewicht
Jeder Aquarellmaler entwickelt im Laufe der Zeit seine eigene Beziehung zum Wasser. Einige mögen sehr flüssige, fast unvorhersehbare Lasuren, andere bevorzugen trockene und präzise Texturen.
Das Wichtigste ist zu experimentieren, zu beobachten und zu fühlen.
Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Pinsel, Papiere und Pigmente zu testen. Einige absorbieren oder halten das Wasser anders zurück. Erst durch Üben werden Sie den idealen Moment erkennen, jenen Moment, in dem die Farbe perfekt gleitet, ohne zu verlaufen.

Abschließend sei gesagt, dass die Dosierung von Wasser etwas Übung erfordert, aber genau das verleiht der Aquarellmalerei ihren ganzen Zauber. Mit der Zeit werden Sie instinktiv das perfekte Gleichgewicht zwischen Wasser und Pigment finden.
Und wenn Sie noch tiefer eintauchen möchten, wird Sie der Aquarellkurs Schritt für Schritt durch die Grundlagen von Farben, Lasuren und Überlagerungen führen, damit Sie mit Leichtigkeit und Vertrauen malen können.
Redakteurin und Illustratorin: Chloé Pouteau
Merci pour cet article clair et pratique
superbe ! en plus j'aime trop l'aquarelle !!